Freitag, 3. August 2007

Höhere Physik (ein physikalisches Märchen)

Vor vielen, vielen Lichtjahren lebte im Lande Physikalien die schoene Koenigstochter Elektro-Liese. Seit ihrer Jugend war sie dem Grafen Oszillo vom Kathodenstrahl zugetan. Aber Graf Oszillo hatte einen Widersacher, den Grafen Tele aus dem Geschlecht der Photo-Grafen, der selber ein Auge auf Elektro-Liese geworfen hatte. Eine Tages wurde Graf Oszillo auf der Jagd am Ausgang des Wellentales von Teles Knechten ueberfallen und auf eine Druckfort-Pflanzung gebracht, wo an den Zweigen der Bleibaeume die herrlichsten Gluehbirnen gediehen. Durch die Quadratwurzeln waren sie gut geerdet. Oszillos treuer Knappe Wolfram Draht wurde mit einem Wagnerschen Hammer niedergeschlagen, obwohl er aus allen galvanischen Batterien feuerte. Er war aber nur verwundet und wurde von seinen Kons-Tanten gesund gepflegt.

Alsbald machte er sich mit seinem Farad auf, um seinen Herrn zu suchen. Mit seinem uebergrossen Transformat-Ohr hoerte er bald, wo dieser war. Es war Eile geboten, denn morgen sollte Elektro-Liese den Grafen Tele heiraten, den sie von der ersten Ampere-Sekunde an verabscheut hatte. Aber ihre Freundin, die Gasana-Liese, hatte ihr zugeraten, da sie schon das astronomische Alter von 20 Lichtjahren hatte. Bald wurden Stadt und Land festlich geschmueckt. die fuenf Tore (Isola-Tor, Genera-Tor, Transforma-Tor, Vek-Tor und Sek-Tor) wurden mit Zuendkerzen erleuchtet. Graf Oszillo und Wolfram-Draht bereiteten inzwischen die Flucht vor: Sie - roesteten einige Atom-Kerne und Kosi-Nuesse auf der Robert-Kochplatte, - zogen sich feste Polschuhe und warme Windhosen an, - und als die Temperat-Uhr Mitternacht schlug, schnuerten sie ihr Strahlenbuendel und verliessen das Haus.

Der Waechter hatte nichts gemerkt, da er gerade einen elliptischen Anfall hatte. Die Tuerschloesser oeffneten sie mit einer Bohr-Maschine von Niels, und dann jagten sie in groesster Eile ueber die Magnet-Felder und das Kilo-Watt hin. Schon naeherten sie sich dem Wechselstrom, der sich in grossen Sinuskurven dahinschlaengelt. Dort rasteten sie, traenkten ihre Pferde mit Kristall-Wasser aus einer Lichtquelle und badeten ihre mueden Glieder, bis sie wieder ihre Hesse'sche Normalform zurueckgefunden hatten. Spaeter liessen sie sich von einer Atmos-Faehre uebersetzen. Die Flaschen-Zuege der Erd-Bahn donnerten am Kraft-Fluss vorbei.

Als die ersten Roentgen-Strahlen der Morgensonne zwischen den Elektronen-Wolken hervorbrachen und die ersten Tur-Bienen summten, kamen die beiden am Kondensa-Tor an. Sie versteckten sich zwischen Wellenpaketen in einer Mischungs-Luecke und kamen ungehindert in die Stadt. Voller Wis-Mut drangen sie in das Schloss ein. Graf Tele, der in der Nacht in der Milli-Bar gezecht hatte, wurde muehelos ueberwaeltigt und dem Gleich-Richter uebergeben, der ihn nach dem Coulombschen Gesetz verurteilte. Er liess ihn mit einem Helm-Holtz solange verpruegeln, bis er ultraviolett war. Elektro-Liese aber fuehlte ihr Mega-Hertz heftig schlagen, als Oszillo endlich bei ihr war.

Es begann nun eine froehliche Hochzeit. Zuerst trug der Fern-Sprecher eine selbstverfasste Tri-Ode vor, dann wurde dem getreuen Knappen Wolfram das Koordinaten-Kreuz verliehen (das Faden-Kreuz hatte er schon). Fuer die Bewohner der Stadt wurde ein grosses Laby-Rind gebraten, und in dem riesigen Dampfkessel brodelte ein fettes Essen aus Konkav-Linsen und Tang-Enten. Es wurde mit Hilfe von Belichtungs-Messern und Stimmgabeln verzehrt. Zum Nachtisch wurden Lack-Mus und Re-Torten gereicht. Die Kapelle einigte sich auf den richtigen New-Ton und spielte bis zum fruehen Morgen flotte Loga-Rhythmen. Am naechsten Tag berichtete die hydraulische Presse in allen Einzelheiten ueber das grosse Ereignis.

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