Donnerstag, 30. Juli 2009

Peinliche Panne oder fiese PR

OTTO hat für Wirbel gesorgt und sich in den sozialen Medien ganz weit vorn positioniert. Das dies aber nur eine Panne gewesen sein soll – da bin ich mir nicht mehr ganz so sicher. Je nachdem wie man die Aussagen von OTTO-Sprecher Thomas Voigt im dem Artikel – "Netzwerke verändern die Unternehmenskultur" – von HORIZONT.NET interpretiert könnte das ganze MacBook-Debarkel auch eine fiese PR-Aktion gewesen sein. Immerhin ist man sich bei OTTO der modernen Medien bewusst und die generierte Aufmerksamkeit lässt sich kaum in Zahlen ausdrücken.


Dennoch, so ganz an die hält man sich bei OTTO nicht. So ließt mal in dem HORIZONT.NET Artikel:



Inwiefern verändert die Nutzung offener Dialogmöglichkeiten durch ein Unternehmen im Social Web schon die Unternehmenskultur?

Die Mitarbeiter und die Unternehmensorganisation werden im besten Fall wacher für die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden. Das schafft mehr Transparenz und Diskussion über die Leistung des Unternehmens und bestärkt die Innovationskraft.



Dies war definitiv nicht der Fall. Eine Kommunikation mit dem Kunden gab es schlichtweg so gut wie gar nicht. Das es sich um einen ließ man erst einen Tag später verlauten. Aber zwischenzeitlich hat man kurzerhand die bestellten Artikel – ein MacBook Air oder ein MacBook Pro für jeweils 49,95 Euro – in ein Taschenset gewandelt und dies ist eine versuchte Täuschung. Vielmehr noch wurden in einem zweiten Schritt die einfach die Bestellungen storniert.


Auch im im Interview mit Richard Gutjahr bewies der zuständige OTTO Pressesprecher nicht viel Kompetenz. So berichtet der Journalist:



Als ich ihn dann darauf hinweise, dass es noch einige Kundenfragen gäbe, die er nicht beantwortet habe, antwortet der Otto-PR-Mann (Zitat): „So what!“.



Im allgemeinen gab es nur wenige Informationen. Lediglich die Tatsachen, dass OTTO keine MacBooks ausliefern wird und dass man den Versandhauskunden einen Entschuldigungsschreiben schicken xwird wurde bekanntgegeben.


Rechtlich bleibt das Ganze spannen. Das Nachträglich ändern eines bestellten Artikels, wie in diesem Fall geschehen, ist eine arglistige Täuschung. Siehe law blog Artikel: Das billigste MacBook aller Zeiten. Dort hinterließ der Leser "henk" am 29.7.2009 um 12:18 den folgenden Kommentar:



Problematisch ist jetzt allerdings, dass Otto nicht etwa die Kaufverträge als “nicht zustandegekommen” behandelt, sondern nachträglich den Kaufgegenstand anpasst (konkret in ein Notebook-Taschenset ändert: http://tinyurl.com/n8ussx ) und diese umgewandelten Kaufverträge als zustandegekommen erachtet. Die Anfechtung dieser “neuen” Kaufverträge wiederum obliegt nun den Kunden. Damit hat sich Otto die Einrede der Nichtigkeit nach 119 BGB verunmöglicht und den Kunden die Möglichkeit an die Hand gegeben, wegen arglistiger Täuschung zu klagen.



Ich werde das ganze schon aus eigenem Interesse weiter verfolgen und mal mal auf den Brief von OTTO gespannt.



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